Meilenstein
in der Medizingeschichte
Das
Jahr 1895 bedeutete mit der aufsehenerregenden Entdeckung der
Röntgenstrahlen eine entscheidende Wende in der Geschichte
der Medizin. Am 8. November dieses Jahres stieß Röntgen
bei der Forschung mit Kathodenstrahlen auf ein neues physikalisches
Phänomen: unsichtbare Strahlen, mit deren Hilfe es möglich
wurde, das bisher verborgene Innere eines Körpers zu betrachten.
Diese
bis dahin unbekannten Strahlen nannte Röntgen vorerst X-Strahlen,
später wurden sie dem Erfinder zu Ehren als Röntgen-Strahlen
bezeichnet.
Am
Abend des 23. Januar 1896 hielt Röntgen vor der Physikalisch-Medizinischen
Gesellschaft zu Würzburg einen Vortrag, in dem er seine jüngste
Entdeckung einem staunenden Publikum vorstellte. Die Nachricht
von der revolutionären Entdeckung ging wie ein Lauffeuer
durch die ganze Welt. Der stille Forscher Röntgen stand nun
plötzlich im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Er entzog
sich jedoch weitgehend dem Trubel und setzte seine wissenschaftlichen
Arbeiten stattdessen unbeirrt fort. Da er zudem die Patentierung
seiner Entdeckung ablehnte, war es möglich, die Röntgenstrahlen
sofort zum Nutzen der Menschen anzuwenden.
1900
wechselte Röntgen an die Universität München, wo
er am Institut für Experimentelle Physik bis zu seinem Tod
lehrte.
Ein
Jahr später,1901, wurde Röntgen der Nobelpreis für
Physik verliehen - es war der erste Nobelpreis überhaupt,
der vergeben wurde.
Am
10. 2. 1923 verstarb Röntgen in München an den Folgen
eines Darmkrebses.
In
seinem Testament verfügte er die Verbrennung seines wissenschaftlichen
Nachlasses, sehr zum Kummer vor allem der wissenschaftlichen Nachwelt.